Das neue System der Bürger-Energie (aus ISBN 978-3451309267)

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Fassen wir zusammen: Wir haben es mit einem klassischen Zielkonflikt zu tun. Das alte System wehrt sich gegen das neue System. Die klassischen Energieversorger bekämpfen die neuen Energiebürger. Denn: Sie leben sehr gut in dem alten System. Je schneller und besser die Energiewende vorankommt, desto schneller fließt das Geld nicht mehr auf die Konten der Energiekonzerne mit ihren alten fossilen Kraftwerken. Denn dezentrale Energieversorgung findet zum großen Teil jenseits der großen Energiekonzerne statt.

Das ist essenziell, denn es beendet den Status quo, der so aussieht: Das Geld fließt aus der Region ab, in der das Kraftwerk steht oder in die der Strom geliefert wird. Zurück bleiben eine zerstörte, ausgelaugte Natur (wie zum Beispiel im Tagebau rund um Garzweiler), der atomare Abfall (wie zum Beispiel in Atommülllagern wie Gorleben) und die lokalen Emissionen. Letztere beeinflussen zudem entscheidend unser Klima und tragen zum globalen Klimawandel bei. Der Preis der dreckigen Energie ist nur scheinbar günstig, weil sich viele reale Kosten wie Umweltschäden nicht im Strompreis wiederfinden und so von der Allgemeinheit über Steuergelder und Versicherungsprämien getragen werden müssen.

Das neue System funktioniert über viele dezentrale Kraftwerke, an denen viele regionale Player wie Kommunen, Energiegenossenschaften, Bürger und Landwirte beteiligt sind. Ihre Ziele sind die individuelle und regionale Wertschöpfung sowie der Umweltschutz. Die Energieproduktion erfolgt emissionsfrei. Das Geld bleibt nicht immer, aber häufig zu einem großen Teil in der Region oder der Kommune.

Laut einer Studie des Instituts trend research besitzen Bürger fast die Hälfte der in Deutschland installierten Erneuerbare-Energien- Anlagen. Exakt sind es 46 Prozent. Das heißt: Sie sind der größte Player auf dem wichtigsten Zukunftsmarkt unserer Gesellschaft. Nun haben selbstverständlich auch die Erneuerbare-Energien-Unternehmen Lobby-Organisationen, die versuchen, die Politik in ihrem Sinne zu beeinflussen. Allerdings ist das nicht vergleichbar mit dem riesigen, dichten Netz des alten Systems.

Was aus meiner Sicht eklatant fehlt, ist eine Lobby für den Energiebürger.

Da fehlt es in allen politischen Parteien.

Während das alte System der Konzerne an allen politischen Prozessen entscheidend mitmischt, steht das neue System der Energiebürger draußen vor der Tür und kann bestenfalls demonstrieren, aber nicht wirklich mitkämpfen und sich auch nicht konstruktiv einbringen. Das geht nicht. Das ist ein unfairer Kampf, wenn man den einen Kämpfer erst gar nicht in den Ring lässt. Der Energiebürger ist entscheidend für die Zukunft der Energieversorgung. Er muss im politischen Prozess der Energiewende zumindest repräsentiert sein.

Noch besser ist es, wenn er aktiv eingebunden wird.

Doch das muss er sich erkämpfen.

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