50 Jahre Große Kreisstadt Sinsheim (Waldangelloch)

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Am 1. Juli 1972 wurden Eschelbach, Hoffenheim, Reihen und Waldangelloch zu Stadtteilen Sinsheims.

Eschelbach

Wolfgang Maier, Ortsvorsteher Eschelbach, 2023
Zwei Ladeneinheiten mit Metzger und Bäcker Wohn- und Geschäftsgebäude in der Hirschhornstraße direkt neben dem Dorfplatz stellen die Grundversorgung in Eschelbach sicher und runden das Angebot vor Ort ab.

„Für Eschelbach war es damals eine sehr knappe Bürgerentscheidung, sich nach Sinsheim zu bekennen“, erinnert sich Ortsvorsteher Wolfgang Maier. „Die Alternative wäre der Zusammenschluss mit Angelbachtal gewesen.“

In den letzten 50 Jahren hat sich Eschelbach um einiges weiterentwickelt und gerade was die Vereinslandschaft angeht, seinen Dorfcharakter behalten. Die Feierlichkeiten zur 900-Jahrfeier wurden noch als eigenständige Gemeinde ausgerichtet und in einem privaten Film sehr genau dokumentiert. Vieles davon sollte 2021 zum 950-jährigen Jubiläum wiederholt werden, leider fiel das meiste der Pandemie zum Opfer.

„Für die Zukunft müssen wir alle an einem Strang ziehen, um für die Stadt Sinsheim mit seinen 12 Ortsteilen das Beste zu erreichen“, führt Maier aus. Eschelbach sei der bevölkerungsmäßig am stärksten geschrumpfte Stadtteil. „Der Zukunftsimpuls muss lauten, die Attraktivität für junge Generationen zu steigern. Das Baugebiet ‚Boxberg‘ ist daher zwingend erforderlich.“

Ortsvorsteher seit 1972
  • August Becker (bis1980)
  • Fritz Arlt (bis 2002)
  • Marianne Meißner (bis 2014)
  • Wolfgang Maier (seit 2014)

Hoffenheim

Karlheinz Hess, Ortsvorsteher Hoffenheim, 2023
Das Hochwasserrückhaltebecken „Unter dem Balzfelder Weg“, eine der wichtigsten infrastrukturellen Maßnahmen der vergangenen Jahre, bietet zeitgemäßen Hochwasserschutz in Hoffenheim.

Seit die Fußballmannschaft der TSG 1899 in der Ersten Bundesliga spielt, ist Hoffenheim der weit über die Grenzen des Kraichgaus hinaus wohl bekannteste Stadtteil von Sinsheim. Drei Kilometer nordwestlich von der Großen Kreisstadt entfernt schmiegt sich der Ort an einen Hang rechts des Elsenztals. Es leben hier 3310 Menschen.

Mit einer knappen Mehrheit entschieden sich die Bürger Hoffenheimes 1972 für eine Eingemeindung nach Sinsheim. Die faire Verhandlungsweise Sinsheims lasse auf eine gute Zusammenarbeit hoffen, hieß es damals aus dem Gemeinderat. Eine begründete Hoffnung, bemerkte der damalige Ortsvorsteher Alfred Sohns anlässlich des 25-jährigen Kreisstadtjubiläums. „Die vertraglichen Verpflichtungen aus der Eingliederungsvereinbarung wurden von der Stadt Sinsheim voll erfüllt“, schrieb er in der Jubiläumsfestschrift.

„Hoffenheim hat sich seit der Eingemeindung sehr zu seinem Vorteil weiterentwickelt: Schule, Kindergarten, Wohnungsbau, Starkregen und Hochwasserschutz, um nur einige zu nennen“, fasst Ortsvorsteher Karlheinz Hess zusammen. „Auch die Versorgung der Bürger wurde kontinuierlich verbessert. Trotz vieler durchgeführter Maßnahmen, wie zum Beispiel Ortskernsanierung, private Nahwärmeversorgung oder diverse größere Wohnanlagen werden im kommenden Jahrzehnt erhebliche Investitionen in die zum Teil stark sanierungsbedürftige Infrastruktur, wie zum Beispiel für den Bahnübergang und die Sanierung der Kirchstraße, investiert werden müssen.“

Ortsvorsteher seit 1972
  • Alfred Sohns (bis 1975)
  • Albert Bürkel (bis 1982)
  • Alfred Sohns (bis 2000)
  • Karlheinz Hess (seit 2000)

Reihen

Willibald Hönig, Ortsvorsteher Reihen, 2023
Mit dem Neubau der Verwaltungsstelle einschließlich Multifunktionsraum und Bauhof wurde in Reihen eine wichtige zentrale Anlaufstelle geschaffen.

Reihen liegt malerisch umgeben von Streuobstwiesen und in Sichtweite des Steinsbergs direkt an der Elsenz. Durch die sehr gute Infrastruktur hat sich Reihen zu einem attraktiven Wohnort entwickelt. Nach 50 Jahren Eingemeindung hat sich die Einwohnerzahl von Reihen um ca. 62 Prozent auf 2.298 erhöht. Es wurden Baugebiete erschlossen und große öffentliche Baumaßnahmen durchgeführt. Der Wirtschaftsstandort Reihen mit zwei Gewerbegebieten und Autobahnanschluss hat eine Vielzahl von Arbeitsplätzen geschaffen. Die Infrastruktur wurde im Laufe der Jahre angepasst.

„Nach meiner Einschätzung und dem Wissen von heute bleibt die hypothetische Frage, genau wie vor 50 Jahren, ob die Aufgabe der Eigenständigkeit von Reihen die richtige Entscheidung war“, blickt Ortsvorsteher Willibald Hönig zurück. Und ergänzt: „Wir im Ortschaftsrat wünschen uns für die nächsten 50 Jahre Eingemeindung eine gute Weiterentwicklung sowie eine zufriedene Bürgerschaft von Reihen.“

Ortsvorsteher seit 1972
  • Adolf Uhler (bis 1994)
  • Peter Hennig (bis 2009)
  • Ralf Huber (bis 2011)
  • Willibald Hönig (seit 2011)

Waldangelloch

Edgar Bucher, Ortsvorsteher Waldangelloch, 2023
Die Einweihung der Grundschule mit der Umgestaltung des Schulhofes zum war eine der prägendsten Maßnahmen für das Ortsbild Waldangellochs.

Die Eingemeindung Waldangellochs war ein langwieriger Prozess: Ursprünglich stand die Idee im Raum, im oberen Waldangelbachtal bis dato fünf eigenständige Gemeinden zu einer zu vereinen. Nachdem die Verhandlungen ergebnislos verliefen, orientierte sich Waldangelloch nach Sinsheim. Die Bedenken der Gegner der Eingemeindung, der Ort könne „als Randgemeinde im Dornröschenschlaf versinken“ bewahrheiteten sich nicht, erinnerte sich der damalige Ortsvorsteher Jürgen Schön anlässlich des 25-jährigen Kreisstadtjubiläums.

Waldangelloch hat sich zu einer aufstrebenden attraktiven Wohngemeinde entwickelt. Ein reges Vereinsleben prägt den Stadtteil. 2019 ging aus einer Bürgerinitiative im Rahmen der Quartiersentwicklung 2020 der Verein Waldangelloch Aktiv hervor. Um einen Raum für Begegnungen zu schaffen, entstand der Dorftreff, der heute weit über die Region hinaus ein Vorzeigeprojekt für erfolgreiches bürgerschaftliches Engagement ist.

„Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit – Dieser Leitsatz wurde unserer Mehrzweckhalle zur Einweihung gewidmet“, erinnert sich Ortsvorsteher Edgar Bucher. „Es ist sicher nicht einfach, immer als Kernstadt seinen 12 Ortsteilen gerecht zu werden. Wenn aber der Wille zum offenen und ehrlichen Austausch von beiden Seiten der handelnden Amtsträger und Mitarbeiter vorhanden ist, dann kann unter der Akzeptanz der örtlichen Besonderheiten das Zusammenwachsen weiter voranschreiten.“ Er merkt an: „Nach 50 Jahren muss man bedenklich zurückblicken, welch eine „Papierfabrik“ hier entstanden ist, und ob dies der Sinn des Zusammenschlusses war.“

Ortsvorsteher seit 1972
  • Eugen Hagmaier (bis 1975)
  • Karl Eberle (bis 1980)
  • Karl-Heinz Eberle (bis 1990)
  • Jürgen Schön (bis 2000)
  • Edgar Bucher (seit 2000)